Herkunftskennzeichnung landwirtschaftlicher Produkte in der EU

Herkunft ÖsterreichEuropäische Bauern und Landwirte sehen sich mit einer schwierigen Lage konfrontiert. Auf der einen Seite ist es aufgrund der ausländischen Konkurrenz nötig die Verkaufspreise niedrig zu halten, auf der anderen Seite steigen die Kosten für Energie, Düngemittel und Futtermittelpreise stark an. Eine Herkunftskennzeichnung landwirtschaftlicher Produkte könnte dabei helfen ihren Gewinn bei gleichbleibender Abnahme zu steigern. Viele Konsumenten wissen über die strengen Qualitätskriterien in der EU bescheid und schätzen Qualität mehr als Billigpreise.
Österreich geht einen Schritt voran und will die Herkunftskennzeichnung im eigenen Land forcieren, solange eine Einigung auf EU-Ebene noch nicht zustande gekommen ist.

Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln in Österreich

In Österreich konnte sich die Regierung, bestehend aus den Grünen und der ÖVP, bereits darauf einigen in ihr Regierungsprogramm die verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Primärzutaten wie Milch, Eier und Fleisch aufzunehmen. Bei Frischfleisch haben sich ja bereits in den letzten Jahren die positiven Effekte der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung gezeigt. Ebenso verhält es sich mit dem AMA-Gütesiegeln, welches ein Standard für Qualität Made in Austria geworden ist.

Österreich ist nicht das einzige Land mit einem nationalen Alleingang, weil danach getrachtet wird die Position der eigenen Landwirte zu stärken und auf EU-Ebene dazu noch keine einheitliche Vorgangsweise beschlossen wurde. In vielen Bereichen wird hier zu wenig getan, sodass nationale Maßnahmen nur ein logischer Schluss für viele Länder sind.

Fleisch darf kein Billiglebensmittel sein

Besonders Rindfleisch ist in der Produktion teuer; nicht nur gemessen an den Kosten, sondern auch an dem Preis, den wir klimatechnisch dafür zahlen müssen. Preise von 10€ und weniger spiegeln nicht den tatsächlichen Wert einer artgerechten Haltung unter für das Tier würdigen Bedingungen wider. Wer billig kauft, nimmt das Tierleid in Kauf.
Ziel sollte sein Qualität vor Quantität zu stellen und zu verstehen, dass gutes Fleisch das von Tieren stammt, die unter würdigen Bedingungen gehalten und geschlachtet werden, seinen Preis hat. Es sollte normale sein für 1 kg Rostbraten 30€ und mehr zu bezahlen und somit auch der Fleischkonsum zu etwas Besonderem wird.

Vegetarismus als Zukunftsvision

Möglicherweise wird in einigen hundert Jahren der Fleischkonsum keine Rolle mehr spielen und die heutigen Zustände in der Fleischproduktion einen Barbarismus darstellen, den man nicht mehr nachvollziehen kann. Dabei ist Vegetarismus nicht die einzige möglich Zukunftsvision, sondern auch das bereits bekannte Fleisch aus dem Labor. Künstlich hergestelltes Fleisch, für das kein Tier sterben muss.
Denn seien wir uns einmal ehrlich, wenn uns vor Augen geführt wird, wie die Tiere, die wir beinahe täglich essen, teilweise behandelt und unter welchen Umständen geschlachtet werden, fiele uns die Schweinshaxe aus dem Mund. Die meiste sind sich irgendwo bewusst, wie es in Schlachtbetrieben zugeht, denken aber nicht weiter darüber nach, weil sie sich den Appetit auf das so heiß geliebte Fleisch nicht verderben wollen. Ein bisschen mehr Bewusstsein darüber, wie wertvoll Fleisch ist und welches Privileg es darstellt, es essen zu dürfen, würde uns allen nicht schaden. Würde man den Preis von Fleisch stark anheben und somit eine bessere Versorgung und damit ein würdigeres Leben für die ermöglichen, hätten wir einen großen Schritt in die richtige Richtung getan. Es muss nicht jeden Tag Fleisch auf den Teller und wenn schon, dann sollte man dafür auch den angemessenen Preis bezahlen, denn Fleisch darf kein Billiglebensmittel sein!

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